Ich und meine Hände

Gerade jetzt, wo wir knapp sechs Wochen Kontaktsperre in den Knochen haben, wird einem bewusst, was Berührungen bedeuten. Hände sind im Bezug darauf besonders hervor zu heben. Kein Händeschütteln, keine Umarmungen, ständiges Händewaschen, sie sind, neben Mund und Nase, zum Fokus der Übertragung geworden. Dass sie aber eine tiefgehende Bedeutung für den Menschen, für die Psyche, für Beziehungen haben, wird dabei immer mehr unterdrückt.

Geplant war eigentlich ein zweitägiger Workshop in der Brotfabrik, bei dem sich die Teilnehmer*innen sowohl theoretisch als auch praktisch ihren Händen „nähern“. Aus aktuellen Anlass aber hat Kristina Köhler, sie ist Praktikantin im Projekt und schließt demnächst ihr Studium der Gestaltungstherapie/Klinischen Kunsttherapie ab, den analogen Workshop in einen digitalen umgewandelt. So konnten die Teilnehmer*innen auch zu Hause Erfahrungen sammeln und dabei telephonisch fachlich betreut werden. Ein paar der Ergebnisse sind nun hier im Blog zu sehen und wahrlich, sie können sich sehen lassen!

Es geht weiter und weiter!

Dieses Werk stammt von einem Teilnehmer, der schon auf diesem Blog „ausgestellt“ hat, Hussam Naggar. Auch hier hat er wieder ein eigenes Statement verfasst:

„Eine verzerrt und irgendwie verdünnt in Serie sich darstellende Gasmaske. Technik: Originalfotographie auf Scanner beim Ablichten verschoben. „…Die Luft als Bedrohung, die liebe, sonst uns am Leben haltende Atemluft könnte mit Viren-behafteten Aerosolen kontaminiert sein. Beim Einkaufen muss ich mich als einen Parameter erachten, von dem Abstand geboten ist, als stellte ich einen Unwert dar, und es gilt mich selbst herabzuwürdigen, ich muss mich der Intelligenz eines Virus unterordnen, wenn Intelligenz Herrschaft ist. Auf mir lastet eine neue Bewegungsformel, der ich mich immer anpassen muss: oben-ohne könnte verpönt sein und man distanziert sich noch weiter von Dir – nimm es nicht persönlich.“

Kunst im Garten

Anke Kelling hat sich nicht nur in der eigenen Wohnung künstlerisch betätigt, sondern auch im Garten des Hinterhofs. Immer mal kamen auch andere Nachbarn zum mitmachen oder Werke bestaunen hinzu, natürlich mit passendem Abstand und ohne Körperkontakt, und so wurde es eine wunderbare Aktion für die Gemeinschaft!

Die Serie geht weiter…

Es geht weiter mit unserer Serie „Kunst von Zuhause“. Heute kommt Hussam Naggar zu Wort. Er hat selbst etwas zu seinem Werk geschrieben:

„Fotographie eines Kabelknotenpunkts an hölzernem Telegraphenmast, mehrfach in Serie auf Scanner beim Ablichten verschoben: Surrogate halten wir in Umlauf, halten eine Unterhaltung ohne Gegenüber aufrecht, als fehlte uns immer etwas, und „ich möchte noch was sagen“, etwas hinzufügen – Berührungen und Nähe scheinen aber nicht ersetzbar zu sein. Wir halten Funkkontakt, denken aneinander – ich sehne mich nach Dir, in mir. „

Kunst von Zuhause aus

Unsere Serie beginnt mit einer Karte von Eva Klöckner. Die meisten Osterkarten gibt es zwar vor oder zu Ostern, aber sie hat den Spieß umgedreht. So hat man auch nach Ostern etwas zum freuen!

PS: Keines der Eier wurde so gekauft! Alle sind in Handarbeit von ihr selbst gefärbt.

Erinnerungen an vergangenen Februar

Die fleißigen Leser unseres Blogs werden sich erinnern: wir waren am 29.02.2020 zu einem Workshop mit blinden Fotografen in Schöneberg. Wer noch mehr über unseren Besuch erfahren will, kann sich gern auf der Facebookseite des Studios umsehen: https://www.facebook.com/FotostudiofuerBlindeFotografen/?__tn__=kC-R&eid=ARCbPPRWJE4EbgkMIoaluFLpFEfwVumHbfqu4k6prSOt4oh2BQz_qc269YmAJV0qFQHpjZsroJopz4Lh&hc_ref=ARTm3ie75cc_CSaHCWKIwhzZv3_O-3q4U0SLRRW_W5e6M_npf9Ei6vHQ90__oa_iQb8&fref=nf&__xts__[0]=68.ARBQuVy2nuZs38pPinuSdTfYij9zukBKcWN9MFsUtNPaR3KXUe0dtK_7d_EIL47VMC30gVIoT4q1mmtgzRKZrdG0y9v1my50O8Fb_f-DefcynA-V5upQVZ0xHm3-uDXZUT_svV9BDmm4EsMFgDcOY9oRjx3S3bc9k38-FVXD7-jQBn3uXm8jEbwgS-yS9lsdkl3PwCvVuRhgyKPGVuuAl8N52P0fp6oPD_uVnAQw00-fcPMMHZCesXlGshLS6eUKVhjULZXz-8-bNJrdH-hOd-MYMTBu9Z_iCkJkdtPaXzdtezzCa9V1WkXynOf37Hgrkpr2jpbJ3M58gOFGNXu9hxY

Mit der Kunst die Trübsal wegpusten!

Das Wetter wird immer lieblicher,

wir wollen raus und dürfen nicht.

Was tun, wenn der Körper immer sehnlicher:

„Ich will in die Sonne“ spricht?

Dann muss der Kopf spazieren gehen,

denn auch so kann Kunst entstehen!

Zwar können unsere Teilnehmer*innen sich momentan nicht für Workshops oder ähnliches bei uns treffen, das hat sie aber nicht davon abgehalten, sich auch zu Hause künstlerisch zu betätigen. Weil es schade wäre, diese Ergebnisse nur in den Schränken verstauben zu lassen, stellen wir in gewissen Abständen einiges davon in diesem Blog vor. Also, immer schön dran bleiben!

Call us maybe

Wenn alle digital werden, wer bleibt dann real? Die Brotfabrik! Anstatt unser ganzes Können zu streamen, stellen wir uns am Telefon für euch und eure Fragen zur Verfügung! Von heute (26.03.2020) bis nächsten Donnerstag (02.04.2020) steht euch jeden Tag von 13-16 Uhr ein anderer Experte zu einem anderen Thema zur Verfügung. Ruft an, stellt Fragen! Denn wie singt die Sesamstraße so schön: „Wer nicht fragt, bleibt …“