Call us maybe

Wenn alle digital werden, wer bleibt dann real? Die Brotfabrik! Anstatt unser ganzes Können zu streamen, stellen wir uns am Telefon für euch und eure Fragen zur Verfügung! Von heute (26.03.2020) bis nächsten Donnerstag (02.04.2020) steht euch jeden Tag von 13-16 Uhr ein anderer Experte zu einem anderen Thema zur Verfügung. Ruft an, stellt Fragen! Denn wie singt die Sesamstraße so schön: „Wer nicht fragt, bleibt …“

Alles so technisch hier . . .

Was ist ein Netzwerk? EVA-Prinzip? Was gehört zur Software? Ordnersturkturen, Intranet, LAN und und und. Die Liste der Begriffe und Vorgänge in der Informationstechnologie sind vielfältig und durchaus verwirrend. Daher hatten sich einige Teilnehmer*innen des Projektes gewünscht, dass es grundlegende Workshoptage zu Computern und IT-Technik gäbe. Also gesagt und getan!

Mit der Unterstützung der technischen Fachkräfte der Brotfabrik, Uwe Prickler und Dominique, hatten die Teilnehmer*innen gestern (12.03.2020) die Möglichkeit sich mit den Basisbegriffen von Computer, Laptop und Co. auseinandersetzen. Dabei konnten sogar alte Hasen noch das ein oder andere mitnehmen und alle freuen sich schon auf Teil 2 dieser vierteiligen Workshopserie!

Pollock wäre stolz gewesen!

Diese Woche war es soweit: das Actionpainting stand an! Wie schon beim Fliesenmosaikworkshop begann der erste Tag (04.03.2020) mit einer kurzen theoretischen Einführung zum Thema durch Petra Schröck, Galeristin der Brotfabrik und Workshopleiterin, und danach, wie man auf den Fotos sehen kann, durften wir uns in Schale werfen. Der Tag war zum ersten Erproben gedacht, also wurden erstmal einzelnen Leiwände zusammengelegt, die später jede/r Teilnehmer/in für sich selbst fertigstellen und mit nach Hause nehmen konnte. Aber zuerst wurde gemeinsam mit Farbe getropft, gespritzt und geworfen. Das war schon allein beim zuschauen cool!

Der zweite Tag (05.03.2020) hatte wieder eine thematische Einführung, aber diesmal gab es eine filmische Dokumentation über Jackson Pollock, den Begründer dieser künstlerischen Technik. Noch ganz gefangen von diesen Eindrücken, durften sich die Teilnehmer*innen heute an einer großen weißen Leinwand austoben. Und jetzt wurde es auch wilder! Es wurde nicht allein mit Farbe geworfen, nein, es flogen Pinsel, ganze Farbdosen wurde mit Kraft geleert und es landete nicht nur Farbe auf der Leinwand. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wie gesagt, Pollock wäre stolz gewesen.

Sehen, was nur Dunkelheit zeigt

Was passiert, wenn sich eine Gruppe von Menschen von blinden Fotograf*innen ablichten lassen? Genau, ziemlich tolle Fotos! Dank des Kontakts unserer Galeristin und Workshopleiterin Petra Schröck zu Karsten Hein (Gründer und Leiter des Fotostudios) bekamen wir am 29.02.2020 die Möglichkeit in einem Fotostudio für blinde Fotograf*innen (Crellestr. 19/20, 10827 Berlin-Schöneberg) das Konzept des Lightpaintings kennen zu lernen. Dabei wird, vereinfacht gesagt, in einem vollkommen abgedunkelten Raum bei langer Belichtungszeit, der Effekt genutzt, dass Lichtquellen nicht nur diffus, sondern auch in Linien abgebildet werden können. So können von Umrandungen, über Schrift bishin zu Verformungen oder Hinzufügungen unzählige Illusionen geschaffen werden. Um sich das besser vorstellen zu können, sind schöne Beispiele auf den Internetseiten der beiden Künstler*innen Susanne Emmermann (https://bildbeschreibungen.com/tag/susanne-emmermann/) und Silja Korn (http://siljakorn.de/lightp.shtml) zu sehen.

Keiner der Teilnehmer*innen hatte bisher Kontakt mit Lightpainting gehabt. Aber gerade das machte auch den Reiz dieser Shootings aus. Während die eine Künstlerin den Schwerpunkt mehr auf Erklärungen und das Ausleuchten der Bilder durch sie selbst legte, legte die zweite Künstlerin mehr Wert auf das aktive Erfahren, indem die Teilnehmer*innen untereinander die Fotos ausleuchteten und sie mit Rat und Tat bei Fragen und Problemen behilflich war. Beide Formen fanden Anklang und schufen inspirierende Fotos (zum Schutz der Urheberschaft und der Persönlichkeitsrechte, werden hier keine Fotos eingestellt, die im Rahmen dieser Schootings entstanden sind, sondern nur Fotografien, die zur Dokumentation derselben gemacht wurden).

Wir möchten uns bei allen Beteiligten sehr für diesen interessanten und erfüllenden Nachmittag bedanken! Wer selbst einmal in das Lightpainting hineinschnuppern möchte, der kann sich gern unter https://bildbeschreibungen.com/ über das Fotostudio informieren.

Ein Experte? Was ist das eigentlich?

Profi, Forscher, Fachidiot, Spezialist . . . Allein schon der Versuch, eine für alle Teilnehmer*innen zufriedenstellende Definition zu finden, zeigte die Vielschichtigkeit dieses Begriffs. Aber zum Glück hatten wir nicht nur einen Tag (16.01.2020) zu dem Thema, sondern am 27.02.2020 noch einen zweiten Tag, um uns ausgiebiger mit dem Thema zu beschäftigen. Letztendlich konnten sich alle zumindest darauf einigen, dass ein Experte sich in einem bestimmten Gebiet auskennt, sich größtmögliches Wissen darüber angeeignet hat und dies auch zukünftig tut, Zusammenhänge dazu einordnen und thematische Inhalte in ihrer Vielschichtigkeit durchschauen kann. Somit kennt wirklich jeder mindestens einen Experten: sich selbst über sich selbst. Sich dieser Tatsache klar zu werden und das für das eigene Leben zu nutzen, ist nicht nur ein wertvolles Wissen, sondern auch ein existenzieller Baustein für Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Dass man bei diesem Prozess der Selbstentwicklung auch noch Spaß haben kann, zeigte uns eben dieser Tag, denn die vorbereiteten Vortäge animierten nicht nur zum nachdenken, sondern auch zum bewegen, singen und mitmachen.