An die Platten und los!

Jeder hatte nun seinen Abschnitt fertig gestellt, jetzt ging es ans große Ganze: die Komposition auf den beiden Zementträgerplatten. Spätestens ab dem Donnerstag unserer zweiten Mosaik-Workshop-Woche (09.09.-13.09.2019) waren alle damit beschäftigt die Platten vorzubereiten und zu entscheiden, wie das Umfeld zu den individuell gestalteten Abschnitten aussehen könnte. Damit ein möglichst passender Kontrast zu der filigranen Ausarbeitung entstehen konnte, wurden weiße Bruchfliesen mit farbigen Einsprengseln für die Umrahmungen gewählt. Dies bedeutete nicht nur, dass jetzt alle Puzzelfähigkeiten der Teilnehmer*innen gefragt waren, sondern auch, dass, wer wollte, sich mit einem Hammer über die Fliesen hermachen und nach Lust und Laune Bruchmaterial produzieren durfte. Wer es lieber kleinteiliger in der Arbeit mochte, machte sich an die Aufgabe den Schriftzug zu gestalten: über den Fries „KunsT“ und unter dem Fries „Mosaicke„. Mit dem ersten Begriff wollen wir das einende Element unserer Arbeit betonen und mit dem zweiten auch der individuellen Facette Raum geben. Mit jedem angebrachten Stein wurde die Freude über das sich vervollständigende Werk größer, bis dann am Freitagnachmittag zwar alle erschöpft, aber glücklich über das Erreichte waren.

Nun muss gewartet werden, bis sich der Kleber verfestigt hat und dann kann beim nächsten Termin am 20.09.2019 verfugt werden. Wir sind schon gespannt, wie es dann aussieht!

Stein für Stein

Nun ging es endlich weiter. Jeder freute sich darauf, seinen Abschnitt des Mosaiks fertig zu stellen und so entstand in den ersten Tagen eine sehr konzentrierte Stille, die entweder von Hildegard Knef, Mark Knopfler oder Johnny Cash untermalt wurde. Manchmal wollte das Material nicht so wie wir, manchmal wurden Vorlagen verworfen und neu gestaltet. Aber keiner ließ sich davon abbringen weiter zu machen. Schön war auch dabei zuzusehen, wie unsere Neuzugänge immer mehr in die Gruppe reinwuchsen. Von den erfahrenen Mosaiklern unter die Fittiche genommen, formten sich wechselnde Teams, die zusammen an ihren Abschnitten arbeiteten. Jede helfende Hand wurde gebraucht, es mussten noch Steine geschnitten, Kleber angerührt oder sich Gedanken zur Enthüllungsfeier gemacht werden, sodass es jeden Tag mehr als genug zu tun gab. An manchen Tagen blieben die Teilnehmer*innen sogar länger, weil sie unbedingt noch etwas fertigstellen wollten. So oder so ergaben sich aber immer wieder auch Momente zum entspannten in der Sonne sitzen.

Anprobe

Na, wie steht’s ihr? Um uns besser vorstellen zu können, wie das Mosaik in Zukunft an der Wand wirken könnte, wurde das besonders große Packpapier rausgeholt und á la Christo Verhüllungsarbeit geleistet.

Auch Anschauen ist eine Kunst

Wie sehen Mosaiken eigentlich im öffentlichen Raum aus? Diese Frage hatte uns schon in unserer ersten Workshopwoche beschäftigt, denn auch wir werden ja mit unserem Mosaik die Umgebung unserers Kiezes gestalten. So kam die Idee auf, dass wir uns verschiedene Beispiele in Berlin anschauen könnten. Aber wo sollten wir anfangen? Dank unserer erfahrenen Workshopleiterin Petra Schroeck fiel die Wahl auf das Fliesenmosaik im Fußgängertunnel des S-Bahnhofes Wannsee, welches nicht nur Bezug auf seine Umgebung nimmt, sondern auch noch für alle Teilnehmer*innen zugänglich ist. Nach einem Kurzvortrag zur Geschichte und technischen Details, ging jeder auf Motivsuche und -enträtselung, denn so manche Abbildungen waren erst mit etwas Fantasie zu erkennen. Aber daran mangelt uns ja nicht. Nicht nur die Hunde und Fahrräder konnten ermittelt werden, sondern auch die Liebermann-Villa und das Haus der Wannseekonferenz. Auch dass die Farbe Blau fehlte irritierte uns etwas. Jedenfalls war es sehr interessant zu sehen, wie andere Künstler mit dem Material Fliese umgegangen sind. Wir rundeten die Exkursion mit Kaffee und Limonade im Café Corsini ab. Dabei ließ es sich auch leichter über die Details der Enthüllungsfeier unseres Mosaiks am 18.10.2019 nachdenken!

Ein Mosaik der Inspirationen

„Was ist für euch Lebensfreude?“ Mit dieser Frage begann unsere Workshopwoche zum Fliesenmosaik (05.08.-09.08.2019) und so unterschiedlich wie unsere Teilnehmer*innen, waren auch die Antworten darauf. Ob nun Musik, Comedy oder der eigene Hund, alle Beiträge waren willkommen und konnten als Grundlage für die Gestaltung des eigenen kleinen Mosaikabschnittes dienen. Es wurden Vorzeichnungen gemacht, es wurde verworfen, überdacht und debattiert. Daraus entstanden die ersten Skizzen und Farbkonzepte, die im Laufe der Woche weiter ausgearbeitet wurden. Der nächste Schritt bestand darin, die fertigen Entwürfe in „Papiermosaiksteinen“ umzusetzen, diese dann aufzukleben und auf der Grundlage die Glasmosaikstein zuschneiden (vielen Dank an Herrn Natterer von der VETROS GmbH – Glasmosaik Division -, der uns dieses schöne Material ermöglicht hat!). Aber die Woche bestand nicht nur aus der Arbeit an den einzelnen Bildabschnitten. Gemeinsam musste ein Motivanordnung entwickelt werden, es gab eine Einführung zur Historie von Fliesenmosaiken und die Realisierung des dreidimensionalen Motives unserer blinden Teilnehmer*innen musste seine Umsetzungform finden. Es war also viel zu tun und trotzdem konnten man vom ersten Tag an eine wunderbare positive Energie zwischen allen Teilnehmer*innen spüren, die jeden lächeln ließ, der den Arbeitsraum in der Galerie der Brotfabrik betrat. Es entstanden persönliche Gespräche zwischen den Teilnehmer*innen, es wurde gesungen und mit Begeisterung Ideen für weitere Treffen zusätzlich zum bestehenden Workshoprahmen aufgenommen. So wird zum einen Ende August eine Exkursion zum S-Bahnhof Wannsee stattfinden, um sich die dort angebrachten Mosaikfreseken anzusehen und sich inspirieren zu lassen. Und zum anderen freuen sich die Teilnehmer*innen sehr über das tolle Angebot des Bogensportclub BB – Berlin e.V. (www.bb-bogenschiessen.de), der die Gruppe zu einem kostenlosen Schnuppertraining eingeladen hat. Denn hier können, dank der Inklusionsarbeit des Bogensportclubs, sich alle zusammen an einem noch unbekannten Sportgerät ausprobieren.

Wir freuen uns, dass seit dieser Woche ein neues Mitglied zu unserem Team dazugestoßen ist: Kristina Köhler. Sie wird im Rahmen ihres Studiums (Bachelor des Gestaltungsthearpie/ Klinischen Kunsttherapie) ein Praktikum in unserem Projekt machen und sowohl den Workshopleitern assistieren, als auch die Teilnehmer*innen unterstützen. Willkommen, liebe Kristina!

Es passiert also so einiges hier in der Brotfabrik und umso mehr freuen wir uns auf die nächste Fliesenmosaikwoche vom 09.09.-13.09.2019!

Wie alles beginnt . . .

Nun haben wir unsere ersten Workshoptage erlebt und können sagen, dass sich wirklich sehr verschiedene Menschen zusammengefunden haben, um an dem Projekt teilzunehmen. Es war wunderbar zu sehen und zu spüren, wie offen alle Teilnehmer*innen gegenüber den anderen sind und den Wunsch zeigen sich trotz der manchmal offensichlichen, manchmal auch verborgen, Hürden ins Gepräch zu kommen und etwas über die Welt des anderen zu erfahren. So entstand gerade am dritten Workshoptag, 26.07.2019, ein reger Austausch über die Frage, was eigentlich „Zurück ins Leben!“ bedeutet und wie dies sich vor dem persönlichen Hintergrund ganz individuell definiert. Inhaltlich konnten die Teilnehmer*innen viel über die Geschichte der Brotfabrik erfahren und dies sogleich mit einer Erkundung ebendieser Räume verbinden (24.07.2019). Ergänzend dazu gab es am zweiten Tag, dem Tag des Kulturmanagements, viele gute Tipps von Herrn Jörg Fügmann, einem der Geschäftsführer der Brotfabrik, für die Organisation des im Mai des kommenden Jahres stattfindenden Hausfestes. Dabei kamen bereits viele schöne Ideen seitens der hoch motivierten Teilnehmer*innen auf, die sogar weit über die Grenzen des Projekts hinausreichen werden. Wir sind gespannt! Natürlich wurden diese Tage auch dazu genutzt um Fragen zu dem kommenden Workshops zu klären und Termine für persönliche Einzelcoachings mit unserem Berliner Jobchoach Frau Luise Finck von der Trias gGmbH auszumachen. Vor allem letzteres fand regen Anklang. In jedem Fall waren es sehr spannende und intensive drei Tage und wir freuen uns alle beim nächsten Treffen, zum Thema „Wandmosaik“ zusammen loslegen zu können!

Wir starten!

Endlich geht es los. Am 24.07.2019 findet unser erster Workshop in der Brotfabrik am Caligariplatz statt. Unsere Teilnehmer*innen bekommen an dem Tag eine Hausführung mit allem drum und dran und lernen nicht nur alle offiziellen Räume des Hauses kennen, sondern können auch Backstageluft schnuppern!