Pollock wäre stolz gewesen!

Diese Woche war es soweit: das Actionpainting stand an! Wie schon beim Fliesenmosaikworkshop begann der erste Tag (04.03.2020) mit einer kurzen theoretischen Einführung zum Thema durch Petra Schröck, Galeristin der Brotfabrik und Workshopleiterin, und danach, wie man auf den Fotos sehen kann, durften wir uns in Schale werfen. Der Tag war zum ersten Erproben gedacht, also wurden erstmal einzelnen Leiwände zusammengelegt, die später jede/r Teilnehmer/in für sich selbst fertigstellen und mit nach Hause nehmen konnte. Aber zuerst wurde gemeinsam mit Farbe getropft, gespritzt und geworfen. Das war schon allein beim zuschauen cool!

Der zweite Tag (05.03.2020) hatte wieder eine thematische Einführung, aber diesmal gab es eine filmische Dokumentation über Jackson Pollock, den Begründer dieser künstlerischen Technik. Noch ganz gefangen von diesen Eindrücken, durften sich die Teilnehmer*innen heute an einer großen weißen Leinwand austoben. Und jetzt wurde es auch wilder! Es wurde nicht allein mit Farbe geworfen, nein, es flogen Pinsel, ganze Farbdosen wurde mit Kraft geleert und es landete nicht nur Farbe auf der Leinwand. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wie gesagt, Pollock wäre stolz gewesen.

Sehen, was nur Dunkelheit zeigt

Was passiert, wenn sich eine Gruppe von Menschen von blinden Fotograf*innen ablichten lassen? Genau, ziemlich tolle Fotos! Dank des Kontakts unserer Galeristin und Workshopleiterin Petra Schröck zu Karsten Hein (Gründer und Leiter des Fotostudios) bekamen wir am 29.02.2020 die Möglichkeit in einem Fotostudio für blinde Fotograf*innen (Crellestr. 19/20, 10827 Berlin-Schöneberg) das Konzept des Lightpaintings kennen zu lernen. Dabei wird, vereinfacht gesagt, in einem vollkommen abgedunkelten Raum bei langer Belichtungszeit, der Effekt genutzt, dass Lichtquellen nicht nur diffus, sondern auch in Linien abgebildet werden können. So können von Umrandungen, über Schrift bishin zu Verformungen oder Hinzufügungen unzählige Illusionen geschaffen werden. Um sich das besser vorstellen zu können, sind schöne Beispiele auf den Internetseiten der beiden Künstler*innen Susanne Emmermann (https://bildbeschreibungen.com/tag/susanne-emmermann/) und Silja Korn (http://siljakorn.de/lightp.shtml) zu sehen.

Keiner der Teilnehmer*innen hatte bisher Kontakt mit Lightpainting gehabt. Aber gerade das machte auch den Reiz dieser Shootings aus. Während die eine Künstlerin den Schwerpunkt mehr auf Erklärungen und das Ausleuchten der Bilder durch sie selbst legte, legte die zweite Künstlerin mehr Wert auf das aktive Erfahren, indem die Teilnehmer*innen untereinander die Fotos ausleuchteten und sie mit Rat und Tat bei Fragen und Problemen behilflich war. Beide Formen fanden Anklang und schufen inspirierende Fotos (zum Schutz der Urheberschaft und der Persönlichkeitsrechte, werden hier keine Fotos eingestellt, die im Rahmen dieser Schootings entstanden sind, sondern nur Fotografien, die zur Dokumentation derselben gemacht wurden).

Wir möchten uns bei allen Beteiligten sehr für diesen interessanten und erfüllenden Nachmittag bedanken! Wer selbst einmal in das Lightpainting hineinschnuppern möchte, der kann sich gern unter https://bildbeschreibungen.com/ über das Fotostudio informieren.

Ein Experte? Was ist das eigentlich?

Profi, Forscher, Fachidiot, Spezialist . . . Allein schon der Versuch, eine für alle Teilnehmer*innen zufriedenstellende Definition zu finden, zeigte die Vielschichtigkeit dieses Begriffs. Aber zum Glück hatten wir nicht nur einen Tag (16.01.2020) zu dem Thema, sondern am 27.02.2020 noch einen zweiten Tag, um uns ausgiebiger mit dem Thema zu beschäftigen. Letztendlich konnten sich alle zumindest darauf einigen, dass ein Experte sich in einem bestimmten Gebiet auskennt, sich größtmögliches Wissen darüber angeeignet hat und dies auch zukünftig tut, Zusammenhänge dazu einordnen und thematische Inhalte in ihrer Vielschichtigkeit durchschauen kann. Somit kennt wirklich jeder mindestens einen Experten: sich selbst über sich selbst. Sich dieser Tatsache klar zu werden und das für das eigene Leben zu nutzen, ist nicht nur ein wertvolles Wissen, sondern auch ein existenzieller Baustein für Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Dass man bei diesem Prozess der Selbstentwicklung auch noch Spaß haben kann, zeigte uns eben dieser Tag, denn die vorbereiteten Vortäge animierten nicht nur zum nachdenken, sondern auch zum bewegen, singen und mitmachen.

Der Bogen und du

Gestern Abend (26.02.2020) war es wieder soweit und wir standen im Zelt der Bogensportclubs BB-Berlin e.V. Das miese Wetter blieb draußen, wir zielten zusammen mit unseren Trainern Alexander Triller und Marco Harrhoff (mehr zu den beiden unter https://paarchery.webnode.com/) auf die Zielscheiben der Auflagen und versuchten dabei weder zu viel über die Technik, noch über unsere Körperhaltung oder über das Ziel oder unsere Gedanken oder oder oder … nachzugrübeln. Und am schwierigsten war dabei: immer schön locker zu bleiben!

Wir tanzen die ganze Nacht!

Wie jedes Mal war die Tanzboden Disco gestern (24.02.2020) wieder ein voller Erfolg. Fotos gibts keine, denn wir wollen ja alle ganz frei von Paparazzi mit den Hüften wackeln, aber dafür den Flyer für den nächsten Abend am 24.03.2020 um 19 Uhr in der Brotfabrik!

„Ich werde . . .

Es ist erstaunlich, wie tiefschürfend das Schreiben sein kann. Wir tun es tagtäglich, ob wir Einkaufslisten erstellen oder Mitschriften bei Meetings, in der Uni oder am Telefon etc machen. Dabei verlieren wir leider das Gefühl dafür, was wir damit aus uns hervorholen können oder was es bedeuten kann etwas niederzuschreiben. Und gerade diese Kontrasterfahrungen haben wir in unserem Workshop „Kreatives Schreiben“ innerhalb der letzten drei Donnerstage (06.02./13.02./20.02.2020) ausgelotet. Frei vom Mythos des „Schreiben-Könnens“ konnten sich die Teilnehmer*innen zusammen mit unserem Workshopleiter Alexander Graeff mit verschiedenen Aufgabestellungen frei ausprobieren und durch Feedbackrunden und freiwilligem Vorlesen Erkenntnisse über sich sammeln. Dabei wurden Konzepte von Gut und Böse hinterfragt, Systemkritik formuliert und auch so manche Emotion entdeckt, aber schlussendlich war es schön „entdecken zu dürfen, dass wir alle Dichter sind.“ (O-Ton eines/ einer Teilnehmers/ Teilnehmerin).

Zum Interview bitte!

Der Montag startete gleich mit einem Pressetermin, denn einer der blinden Reporter war heute (03.02.2020) bei uns zu Gast: Gerald Pirner und Heidi Prenner! Sie waren gekommen, um die Teilnehmer*innen für einen Potcast zu interviewen, in dem es um die Vision des Wandmosaiks gehen soll. Toll, dass sich die Teilnehmer*innen so offen zeigen und sich bereit erklären, frei über ihre Erfahrungen zu berichten!

War das ein Handball oder eine Murmel?

Der gestrige Workshop (30.01.2020) zeigte wieder, wieviel Fantasie und Vorstellungskraft in allen Teilnehmer*innen steckt! Nils Foerster, Workshopleiter zum Thema Theatersport, hatte wieder ein abwechslunsgreiches Programm dabei. Es wurden Statuen gebaut, sich verwandelnde Bälle geworfen, getanzt und beim gehen Geschichten erfunden, die mitunter schönster Nonsens waren. Es zeigte auch, wie intensiv Theaterarbeit ist, denn die Köpfe rauchten nach zweieinhalb Stunden und wir mussten danach bei Tee und Kaffee ausspannen. Da wächst immer mehr der Respekt vor Schauspielern!